Chytridiomykose in Deutschland

Seit dem Herbst letzten Jahres werden als eine Ursache des weltweiten Amphibiensterbens Pilze aus der Familie der Chytridiomyceten verantwortlich gemacht. Bislang wurden diese Erreger aus der Gattung Batrachochytrium  in Australien, Asien, Nord-, Mittel- und Südamerika nachgewiesen. Aus Europa waren derartige Funde nicht bekannt.
In den letzten Wochen wurden Anuren aus Terrarien deutscher Halter untersucht, die durch abnormes Verhalten (Apathie, Freßunlust, langes Sitzen im Wasser, Kratzbewegungen etc.) oder plötzliches Verenden  auffällig wurden.  Es handelte sich ausschließlich um Dendrobatiden, die entweder aus Costa Rica importiert wurden oder aber um  von Terrarianern auf Börsen oder direkt vom Züchter erworbene Nachzuchttiere.   Bei mehreren Fröschen aus insgesamt 5 verschiedenen Beständen wurden Chytridiomyceten isoliert und als Verlustursache nachgewiesen. Die Befunde wurden durch australische Wissenschaftler, die sich intensiv mit diesen Erregern beschäftigen, bestätigt.
Es muß darauf hingewiesen werden, daß es sich um einen anscheinend sehr aggressiven Erreger handelt, der den gesamten Amphibienbestand bedrohen kann und unter keinen Umständen über Wasser oder Abprodukte in die natürliche Umwelt gelangen sollte!
Auffällige oder plötzlich verendete Tiere sollten umgehend untersucht werden um eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern. Zur genaueren Determinierung des Erregers (DNA-Sequenzierung, elektronenmikroskopische Untersuchungen etc.), zur Entwicklung von Vorsorge- und Diagnosemodellen sowie einer effektiven Therapie wird zudem dringend Material von infizierten Tieren benötigt.
Alle Amphibienhalter sind aufgerufen, bei Vorliegen von entsprechenden Symptomen umgehend Kontakt zu folgender Adresse aufzunehmen:

Dr. F. Mutschmann
Tierarztpraxis

Tierarzt für Zierfische, Reptilien, Amphibien
Fachtierarzt Reptilien
Erich-Kurz-Str. 7
10319 Berlin
Tel: 030-51 120 08


e-mail: mutschmann@aol.com





© Dr. Frank Mutschmann, November 1999